CHRONIK
VOM SCHLOSS ZUR SCHULE
Im 17. Jahrhundert gab es in der Gegend zahlreiche Grafschaften, Fürstentümer ... und die Reichsstädte Hall und Rothenburg. Die Waldenburger Linie der Grafen von Hohenlohe starb 1679 aus. Erbe der Waldenburger und Kupferzeller Liegenschaften war Graf Philipp Ernst von Hohenlohe-Schillingsfürst.

 


Philipp Ernst1720 bis 1727 - Bau des Schlosses
Bauherrr ist Philipp Ernst (Fürst) zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1663 - 1759) mit Stammsitz in Schillingsfürst. Die Fürstenwürde erhielt die Hohenloher-Waldenburger Hauptlinie im Hahre 1745.
Das Kupferzeller Schloss ist ein reiner Barockbau, wenn auch in einfacher Ausführung, da es nur als Nebenwohnsitz oder Sommerresidenz gedacht war.
Das Bild zeigt den Erbauer des Schlosses. Das Gemälde befindet sich im Schloss Schillingsfürst (heute Bayern).

1776
Fürst Karl Albrecht I (1719 - 1793), Sohn des Erbauers, weist seinem Sohn Karl Albrecht II (1742 - 1796) und dessen ungarischer Ehefrau Judith Freiin von Reviczky de Revisnie Kupferzell als Wohnsitz zu. Da die Vermählung ohne Wissen des Vaters stattfindet, darf das Paar nicht in Waldenburg wohnen.
Die Fürstin bringt 13 Kinder zur Welt und lebt nach dem Tode ihres Mannes im Jahre 1796 noch 40 Jahre als Witwe im Schloss. Der älteste Sohn ist Stammvater der Linie Hohenlohe-Waldenburg.

1806
Die Hohenloher Fürsten verlieren ihre Selbstständigkeit. Dem neu gegründeten Königreich Württemberg werden die Herrschaftsgebiete zugesprochen, Schillingsfürst kommt zu Bayern.
Der letzte Fürst, der das Kupferzeller Schloss noch gelegentlich bewohnt, stirbt 1884. Fürst Nikolaus, sein Nachfolger, bietet es der Gemeinde zum Kauf an. Wegen anderer Streitigkeiten mit der Gemeinde Kupferzell kommt der Verkauf nicht zustande.

Therese1885 - 1922
Schloss Kupferzell steht leer und wird zum Kauf angeboten.
Fürstin Therese (Foto) zu Hohenlohe-Waldenburg, geb. Gräfin zu Erbach-Fürstenau (1869 - 1927) setzt sich für die Gründung einer Schule für Bauerntöchter ein.
Sie ist am Wohlergehen der bäuerlichen Bevölkerung sehr interessiert. Die Aula der Akademie trägt ihr zu Ehren den Namen "Theresiensaal".

1922
Nachdem die Landwirtschaftskammer Württemberg das Schloss Kupferzell im Dezember 1921 mit 17 ha Land erworben hat, wird am 1. Mai 1922 die Hohenloh'sche landwirtschaftliche Frauenschule Kupferzell vom Direktor der Landwirtschaftskammer, Dr. Ströbel, feierlich eröffnet. Unter der Leitung von Emilie Bausch begann der erste Kurs mit 13 Schülerinnen

BauschDie Schule kann während des Krieges bis zum Februar 1945 voll belegt werden. Zu dieser Zeit wird im linken Flügel ein Lazarett eingerichtet. Im Juli desselben Jahres wird dieses von einem Altersheim aus Schlesien abgelöst, das dort bis 1952 bleibt.
Da Lehrerinnen während des Umsturzes ihren Posten halten, bleibt sämtliches Inventar der Schule erhalten. Auch der wirtschaftliche Betrieb wird aufrechterhalten, so dass im Juli 1946 die ersten Schülerinnen (neben dem Altersheim) aufgenommen werden können.
Das Foto zeigt die erste Schulleiterin, Fräulein Emilie Bausch, die von 1922 bis 1945 das Amt ausübte.

Sommer 1947
Der erste Landfrauenschultag wird durchgeführt. Mit diesem Ereignis wird gleichzeitig das 25-jährige Schuljubiläum begangen.

Februar 1951
Das Altersheim zieht aus. Damit steht das gesamte Gebäude der Schule zur Verfügung.

Schulkleid1953
Das Schulkleid (Foto), von Schülerinnen und Lehrern selbst entworfen und hergestellt, wird eingeführt.

1954
Dank zahlreicher Spenden von Ehemaligen der Landfrauenschule kann der Wunsch der Schülerinnen nach einer Bücherei erfüllt werden. So sind die noch vorhandenen alten Bücher gemeinsam mit den Neuerwerbungen in ein gemütlich eingerichtetes Lesezimmer gewandert.

23.02.1956
Im Schloss gründen 35 Frauen den Landfrauenverein Kupferzell, der noch heute besteht.

FestschriftFebruar 1962
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Schule finden vom 23.02. bis 25.02.1962 Feierlichkeiten statt.
Die aus diesem Anlass herausgegebene Festschrift enthält neben "Daten und Bildern aus dem Leben der Schule" auch Berichte zur Geschichte von Kupferzell und zum Wandel in der Landwirtschaft. Anlässlich des Festes wird die neu überarbeitete Schulbrosche vorgestellt.

Oktober 1964
Im Winterhalbjahrkurs befindet sich die inzwischen 3 000. Schülerin der Schule.

10.06.1967
Richtfest für das Gewächshaus, den Gartenarbeitsraum und den Geflügelstall

21.03.1969
Ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Kupferzeller Landfrauenschule. Von den Schülerinnen werden Thesen zur Schulreform übergeben. Unter anderem beinhalten diese die Abschaffung des Schulkleides.

25.04.1969
Aus dem Speisesaal der Landfrauenschule wird eine eineinhalbstündige Sendung des Süddeutschen Rundfunks übertragen. "Mit Musik geht alles besser" macht im Kupferzeller Schloss Station.

08.09.1969
Mit Schuljahresbeginn sind die vier Halbjahre der zweijährigen Ausbildung in vier aufeinander aufbauende Semester eingeteilt. Der Schuljahresbeginn ist von nun an auf Herbst gelegt.
Halbjahreskurse gibt es noch bis 1974/1975.

Februar 1970
Zum ersten Mal nimmt die Schülervertretung an der Lehrerkonferenz teil.

Prospekt09.06.1972
Feier zum 50-jährigen Schuljubiläum in Verbindung mit dem Landfrauenschultag
Der aus diesem Anlass herausgegebene Prospekt enthält vor allem Informationen aus dem Schulleben der zurückliegenden zehn Jahren.

30.05.1979
Der neu geschaffene Sportplatz wird mit sportlichen Übungen eingeweiht.

1981
Im Schlosshof wird ein neuer Baum, ein weißblühender Dorn (crataegus carrieri) gepflanzt. Er ersetzt die bisher dort befindliche Linde, die vor 30 Jahren gepflanzt worden war.

Einladung04.07.1982
Das 60-jährige Schuljubiläum wird in Verbindung mit dem aller zwei Jahre stattfindenden Landfrauenschultag feierlich begangen.

1986
Die Gemeinde Kupferzell feiert vom 13. bis 22. Juni 750-jähriges Jubiläum. Im Festumzug zur Geschichte des Ortes sind die Mädchen der Schule mit historischen Gewändern vertreten.

1987
Die ersten fünf Bildschirmarbeitsplätze werden in der Fachschule eingerichtet. Die Betriebsleiterinnnen-Fachklasse besucht die Arbeitsgemeinschaft "Informatik", um die neuen Medien kennenzulernen und später für ihre Einsatzgebiete nutzen zu können.

22.09.1988
Das ZDF macht Station im Schloss und berichtet für die Sendereihe "Berufe aktuell" über die Ausbildung zur Dorfhelferin.

1993
Feierliche Einweihung des neu gebauten Wohnheimes an der Schlossstraße.

1993 - 1996
Die ehemaligen Internatsräume im Schloss werden umgebaut. So entstehen u. a. zwei neue Lehrsäle.

Einladung06.07.1997
In Verbindung mit dem Ehemaligentag wird das 75-jährige Schuljubiläum feierlich begangen. Während dieser Veranstaltung konnte die 5 000. Schülerin der Schule einen Blumenstrauß im Empfang nehmen.

01.12.1997
Die Fachschule für Landwirtschaft wird eröffnet. Damit werden erstmals männliche Schüler im Kupferzeller Schloss unterrichtet. Die bisherige Bezeichnung "Staatlichen Akademie für ländliche Hauswirtschaft Kupferzell" ändert sich in "Staatliche Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell" und ist Ausdruck für zwei gleichwertige Fachschulen.

18.06.2004
Das Schlossfest als jährlich stattfindender Höhepunkt wird erstmals als "Stufenfete" begangen.

27.06.2006
Die Akademie wird durch Bescheid des Regierungspräsidiums Stuttgart anerkannte Ausbildungsstätte für Auszubildende in der Hauswirtschaft.

Bausch29.01.2010
Ein Gipsabdruck aus dem Jahre 1932 mit dem Bildnis der ersten Schulleiterin Emilie (Emmi) Bausch (von 1922 bis Kriegsende) ist in den Fundus der Akademie gelangt. Es befand sich bisher in familiären Besitz. Foto Foto

 

 

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